SachsenHitze und Trockenheit belasten sächsische Ernteergebnisse

Sachsens Bauern kämpfen mit Ernteausfällen: Hitze und Trockenheit beeinträchtigen Qualität und Erlöse.
Stolpen (dpa/sn) - Die diesjährige Ernte schlägt den sächsischen Bauern ins Kontor. Denn Hitze und Trockenheit schmälern Ertrag und Qualität. "Für viele Getreidekulturen sowie für den Raps führten Temperaturen von mehr als 35 Grad über einen Zeitraum von mehr als einer Woche zu einer abrupten Beendigung der Kornfüllungsphase", teilte der Landesbauernverband mit. Der Ertragszuwachs sei damit beendet gewesen und das Getreide in einigen Regionen in die sogenannte Notreife übergegangen. Auch der Regen im Juli habe kaum noch Ertragszuwachs gebracht.
Massive Verschlechterung der Getreidequalitäten
Nach den Worten von Bauernpräsident Torsten Krawczyk haben sich in der Hitzewelle die Getreidequalitäten sehr verschlechtert. "Je nach Standort und Witterungssituation schwanken Rohproteingehalte, Hektolitergewichte und Fallzahlen sehr stark. Qualitätsweizen konnte unter den diesjährigen Bedingungen kaum erzeugt werden."
Verhältnis von Erlös und Kosten klafft immer weiter auseinander
Laut Bauernverband spiegelt sich das in den Preisen wider, die Sachsens Landwirte für ihre Produkte erzielen konnten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kosten für Dünger, Diesel, Saatgut, Pflanzenschutz, Logistik und Löhne in den letzten Jahren nur gestiegen sind. "Das Verhältnis Erlöse und Kosten klafft immer weiter auseinander. Beste Erträge reichen nicht mehr. Uns fehlen die finanziellen Mittel für dringend notwendige Investitionen in unseren Unternehmen", betonte Krawczyk. Man sei weit davon entfernt, Rücklagen für künftige Herausforderungen zu bilden.
Widerspruch zwischen politischen Ansprüchen und Realität
"Unsere Landwirtschaft scheitert nicht am Wandel; was uns belastet, ist der Widerspruch zwischen politischen Ansprüchen und wirtschaftlicher Realität. Diese Scheinheiligkeit der Rahmenbedingungen gefährdet die Zukunft der Landwirtschaft", stellte der Verbandspräsident klar. Man erwarte von der Politik ein entschlossenes und zügiges Handeln auf allen Ebenen der gesamten Wertschöpfungskette - für faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen statt weiterer einseitiger Belastungen.
Der Landesbauernverband stellte seine Bilanz in der Agrargenossenschaft Polenztal in Stolpen (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) vor. Die Landwirte bearbeiteten in diesem Wirtschaftsjahr rund 702.000 Hektar Ackerland. Davon entfallen etwa 384.400 Hektar auf den Getreideanbau inklusive Körnermais. Winterraps ist nach dem Getreide mit knapp 103.000 Hektar die bedeutendste Fruchtart.
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