Baden-Württemberg"Machen nicht viele": Kapitän Wanitzek verrät Freistoßtrick

01.11.2026, 05:56 Uhr
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(Foto: Uli Deck/dpa)

Aus 17 Metern halbrechter Position zirkelt Marvin Wanitzek den Ball mit rechts ins linke obere Eck. Nach dem 2:1 gegen Heidenheim erklärt der KSC-Kapitän, was hinter seinem besonderen Tor steckt.

Karlsruhe (dpa/lsw) - Seine besonderen Freistoßkünste führt Marvin Wanitzek auch auf ungewöhnlichen Trainingsfleiß zurück. Einmal pro Woche nehme er sich "einfach 20, 25, vielleicht auch mal 30 Minuten", um die Bälle von beiden Seiten aufs Tor zu schießen, verriet der Kapitän des Karlsruher SC nach seinem herrlichen Freistoßtor in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Heidenheim. "Das mache ich seit Jahren, genauso wie Torabschlüsse."

Dank Toren von Wanitzek (80. Minute) und Tim Civeja (19.) gewann Karlsruhe den badisch-schwäbischen Vergleich am Samstagabend 2:1 (1:0) und verließ damit die Abstiegsplätze. Für Heidenheim traf Alessandro Vogt (88.) per Kopf vor 28.453 Zuschauern. Mit "einem großen Herz" sei der KSC aufgetreten, lobte Wanitzek, der das 1:0 vorbereitet und beim 2:0 einmal mehr seine ganze Raffinesse gezeigt hatte.

"Hat man gesehen, dass ich den genau so haben wollte"

Aus 17 Metern halbrechter Position, die eher für einen Spieler mit einem starken linken Fuß geeignet gewesen wäre, hatte der KSC-Spielmacher den Ball mit rechts in die von ihm aus linke obere Ecke geschlenzt. "Ich glaube, das hat man gesehen, dass ich den genau so haben wollte", sagte Wanitzek. "Wo er vom Fuß schon weg ist, wusste ich, der kommt auf jeden Fall aufs Tor."

Entscheidend sei die von den Karlsruhern errichtete Zusatzmauer gewesen, erklärte der 33 Jahre alte Routinier: "Das machen nicht viele, aber ich finde einfach, dass es für den gegnerischen Torwart extrem schwierig ist, weil er nur einen Bruchteil von einer Sekunde hat zu reagieren, sobald er den Ball sieht. Und wenn ich eine Zusatzmauer stelle, erhöhe ich einfach die Wahrscheinlichkeit, dass er den Ball noch später sieht."

"Der typische Wanitzek-Schuss"

Heidenheims Torwart Thomas Dähne bestätigte die These: "Das ist ja der typische Wanitzek-Schuss. Ich stelle eine Vier-Mann-Mauer, KSC stellt noch drei Leute dazu, ich sehe den Ball einfach gar nicht. Im letzten Moment, als er über die Mauer fliegt, schlägt er hinten im langen Eck ein."

FCH-Trainer Frank Schmidt war ebenfalls bedient, allerdings vom insgesamt matten Auftritt des Bundesliga-Absteigers. "Unsere Fans haben vor dem Spiel oder mit Anpfiff eine Choreo gehabt: "Giftig sein". Giftig war aber nur der KSC von der ersten Sekunde", monierte Schmidt.

"Wir waren im Kopf zu langsam, wir haben gehadert mit irgendwelchen Dingen, die dir nicht helfen, ein Fußballspiel zu gewinnen, und sind dafür bestraft worden mit dem 1:0", führte der Heidenheimer Trainer weiter aus. "Der KSC war die bessere Mannschaft, hat den größeren Willen gehabt, den größeren Einsatz." Und eben Freistoßkünstler Wanitzek.

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